Publikation und Buchpräsentation „Räumliche Interventionen und urbane Strategien“ am Mittwoch, den 11.02.15 um 18h30, Verwaltungsgebäude EG

Die in dieser Publikation vorgestellten Projekte – zehn ausgewählte Thesis-Arbeiten von Studierenden des Masterstudiengangs Raumstrategien – stellen eine Sammlung von Konzepten dar, die sich in strategischer Form den aktuellen sozialen, kulturellen und ökologischen Fragen des Urbanen annähern.

Die Projekte verfolgen allesamt die Agenda einer gemeinschaftlichen Idee von Stadt und entwerfen Instrumente, mit denen sich Bürgerinnen und Bürger sowie verschiedene Interessengruppen an den Prozessen der Planung des öffentlichen Raumes beteiligen können. Formgebung und Gestaltung ist dabei immer nur ein Teilaspekt der Raumstrategien, deren vorrangiges Ziel die Produktion von performativen Plattformen für (Teil-)Öffentlichkeiten ist. Die entscheidende Kompetenz der Raumstrategien ist es hier, wissenschaftliche, künstlerische und soziale Aspekte zu verweben und daraus zeitgemäße räumliche Netzwerke in Reaktion auf die existierenden Strukturen der Stadt zu etablieren.

Das Spektrum der Konzepte reicht von der Auseinandersetzung mit der Reaktivierung urbaner Leerstellen, mit nomadischen Wohnformen, mit der Re-Definition des Kiosks, mit urbanen Sounds als partizipatives Medium, mit dem Phänomen der Obdachlosikeit bis hin zum städtischen Spiel als angewandter Urbanismus.

Zur inhaltlichen Agenda der Publikation

Die heutige Stadt ist noch immer ein Ort der Aushandlung unterschiedlichster Interessen von Teilöffentlichkeiten im materiellen Raum. In zunehmendem Maße ist sie aber auch ein immaterielles Konstrukt, das auf den imaginären Vorstellungen des Urbanen und von medialen Repräsentationen aufbaut. Öffentlichkeit wird dabei nicht nur im physischen Raum produziert, sondern in enger Verschränkung mit sozialen und medialen Netzwerken. Die Wechselwirkungen zwischen diesen materiellen und immateriellen Räumen zu untersuchen und zu repräsentieren, stellt eine wesentliche Aufgabe für zeitgenössische GestalterInnen dar. Von entscheidender Bedeutung ist hier auch die räumliche Gestaltung der Moderation von Prozessen mit zahlreichen Beteiligten.
 Die Publikation versammelt neue Modelle und Strategien für diese Form der urbanen Raumproduktion.

Urbanes Analysieren, Kuratieren und Intervenieren

Dabei geht es auch um die Kultivierung kuratorischer Fähigkeiten, insofern als der städtische Raum auch als Sammlung historisch gewachsener Objekte zu verstehen ist, die immer wieder in neue Bedeutungszusammenhänge zu stellen sind.

Dass die Auseinandersetzung mit der Komplexität des städtischen Raums und letztlich des öffentlichen Raums eine heterogen geformte Schnittstellenkompetenz benötigt, erscheint heutzutage evident. Im Schwerpunkt Künstlerisches Forschen und Intervenieren im Raum / Research based Spatial Intervention im Rahmen der Master-Ausbildung Raumstrategien werden dementsprechend transdisziplinäre Methoden angewendet, um auf Basis der Analyse gegenwärtiger Problemlagen zukunftsweisende Gestaltungsansätze zu entwickeln.

Zur Form der Publikation

In enger Zusammenarbeit mit dem Grafiker Johannes Markus Frerichs wurde das Material von zehn ausgewählten Master Thesis Arbeiten einer rigiden Selektion und Überarbeitung unterzogen. Komplex angelegte Thesis Projekte mussten hier auf wenige Buchseiten komprimiert werden, um die inhaltlichen Anliegen in Bezug auf eine geforderte neue Kultur städtischer Planung kompakt zu artikulieren.

In dem Konzept von Johannes Markus Frerichs wurden dafür Symbole und ikonische Motive entwickelt, welche die Anliegen der Projekte in eine spezifische Grafik- und Bildsprache übersetzen.

Prof. Christian Teckert

Herausgeber: Prof. Christian Teckert / Muthesius Kunsthochschule Kiel

Redaktion und Konzept: Martina Löwenstrom, Christian Teckert

Grafik: Johannes Markus Frerichs

Mit Projekten von: Michaela Au, Astrid Becker, Rike Gloy, Silja Timm, Johanna Schlauß, Gesine Gennrich, Vanessa Lauerer, Andine Wijgers, Anna-Maria Bandholz, Alke Inger Thamsen

 

Book Preview: Am Mittwoch, 11.2.2015 um 18h30 im Verwaltungsgebäude, EG

09.02.2015

Spatial Strategies (M.A.)

Der MA SPATIAL STRATEGIES bietet eine vertiefte Ausbildung in der Analyse, Erforschung sowie Gestaltung von handlungsorientierten Räumen. Angesichts der zunehmenden Auflösung klarer Trennlinien zwischen einzelnen Disziplinen wie Design, Architektur, Urbanismus, Kunst und digitalen Medien bietet der M.A.- Studiengang SPATIAL STRAEGIES ein transdisziplinäres Studium an, das an den Schnittstellen dieser Disziplinen positioniert ist.
Temporäre Raumgestaltungen, szenografische Inszenierungen sowie Interventionen im öffentlichen Raum stellen hier die Schwerpunkte dar. Großer Wert wird dabei auf Methoden künstlerischer und kuratorischer Praxis in Bezug auf den Raum gelegt. Diese stehen im Mittelpunkt einer Ausbildung, in der es um die gestalterische Übersetzung von Analysen und Thesen zu komplexen gesellschaftlichen Zusammenhängen in räumlichen Anordnungen sowie um die Entwicklung zeitbasierter Strategien im Raum geht.

Der MA SPATIAL STRATEGIES spannt sich auf zwischen zwei Schwerpunktfeldern:

„SPACE AND SCENOGRAPHY / SZENOGRAFIE UND RAUM“ ist auf szenisches Gestalten und Inszenierung von Räumen unter Einbeziehung neuer Medien ausgerichtet. Ziel ist eine themenorientierte Gestaltung von Kommunikations- und Interaktionsräumen

RESEARCH BASED SPATIAL INTERVENTION / FORSCHEN UND INTERVENIEREN IM RAUM ist ausgerichtet auf Raumforschung, räumliche Interventionen und Projekte in öffentlichen Räumen. Städtische Außenräume oder Innenräume öffentlichen Charakters stehen im Mittelpunkt von Strategien der räumlichen Analyse und Intervention, wobei Raum als gesellschaftlicher Produktionsprozess der Wahrnehmung, Nutzung und Aneignung verstanden wird.

Angesiedelt zwischen Ausstellungsgestaltung, Urban Design, Kunst im öffentlichen Raum und künstlerischer Forschung wird im MA SPATIAL STRATEGIES eine transdisziplinäre Professionalität angestrebt, die neben der gestalterischen Eigenständigkeit auch eine urbane Kuratorenkompetenz beinhaltet. Entscheidend ist hier die Kultivierung der Fähigkeit, komplexe soziale Zusammenhänge zu analysieren, zu visualisieren bzw. zu kartieren und auf Basis eines prozessorientierten, an Narrativen geschulten Wissens szenografische Raumkonzepte zu entwickeln, die den vielschichtigen Ansprüchen an heutige (öffentliche) Räume gerecht werden.

Das Curriculum ist um die Projektarbeit aufgebaut und verknüpft, entlang transdisziplinärer Schnittstellen hin zu Design, Kunst, Medien und Urbanismus, theoretische, forschende und künstlerische Arbeitsweisen im Raum. Der MA wird im 4. Semester mit einer individuellen Master Thesis Arbeit, die einen theoretischen oder praktischen Schwerpunkt haben kann, abgeschlossen. Die Ausbildung richtet sich an alle, die einen spezifisch individuellen Fokus im Spektrum zeitgenössischer Raumpraktiken entwickeln möchten.

FRAGEN?
Prof. Manfred Schulz

Prof. Christian Teckert